{"id":12416,"date":"2019-02-20T23:20:55","date_gmt":"2019-02-20T22:20:55","guid":{"rendered":"http:\/\/maf-art.com\/home\/?p=12416"},"modified":"2019-02-20T23:22:19","modified_gmt":"2019-02-20T22:22:19","slug":"die-kuh-muss-vom-eis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maf-archiv.com\/?p=12416","title":{"rendered":"Die Kuh muss vom Eis"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<div>Sch\u00f6ner leben ohne Tierleid,<\/div>\n<div>Vielleicht haben mich Tr\u00e4ume, romantische Zeitschriften \u00fcber wilde G\u00e4rten, in denen selbstgekochte Marmeladen und Chutneys ihre Wiege haben, beeinflusst.<\/div>\n<div>Endlich idyllisch von der Vegetarierin zur Veganerin, inmitten duftender Kr\u00e4uter, bl\u00fchenden Bienenspeisekammern, ja, so in etwa waren meine Vorstellungen als wir mit allen M\u00f6belwagen vor dem alten Bruchsteinhaus anhielten, um zu bleiben.<\/div>\n<div>Wohlgemerkt, bleiben m\u00f6chte ich hier immer noch, solange mich meine F\u00fc\u00dfe den Berg hinauf \u00fcber das alte Kopfsteinpflaster tragen.&nbsp;<\/div>\n<div>Das Erwachen aus meinem Traum, begleitet vom Entsetzen \u00fcber alte Braucht\u00fcmer wie \u201eHAHNEK\u00d6PPEN\u201c oder \u201eG\u00c4NSEREITEN\u201c, kam schnell. Einkaufen f\u00fcr Veganer ist erst eine Option, seit die Superm\u00e4rkte ein paar \u00fcberteuerte Kleinigkeiten anbieten.<\/div>\n<div>Aber die berufst\u00e4tige Frau, dauernd unterwegs, braucht auch bisweilen eine flotte Akzeptanz.Bei politischen Konferenzen zum Beispiel besteht meine Tagesration aus den welken Dekorationsvorschl\u00e4gen auf Mett- oder Schinkenbr\u00f6tchen, mit passendem Fleischduft parf\u00fcmiert. Bestelle ich im besten Haus am Ort mit gelobtem Koch ein veganes B\u00fcfett, ist jeder Salat, Gratin oder jedes S\u00fcppchen in Sahne getaucht oder gebadet. Als der Hausliefersevice mir mit Aufpreis eine vegane Platte bringt, ist \u201ewenigstens\u201c ein wenig Huhn dabei. Und der Mordsspass, den die netten Nachbarn haben, wenn sie K\u00e4se oder ein wenig Hackfleisch in mein Essen schmuggeln konnten.<\/div>\n<div>Ja, sie bem\u00fchen sich, mal kopfsch\u00fcttelnd, mal mit den \u00fcblichen Witzen, wenn ich Pech habe, mit den sch\u00f6nsten Schlacht- oder Jagderlebnissen. Also bleibe ich zuhause, esse allein. Und wenn sie es dann doch schaffen, mich zu \u00fcberreden, dann sitze ich im Qualm verbrannten Fleisches toter Tiere und kaue h\u00f6flich ein St\u00fcck \u00f6des Wei\u00dfbrot.<\/div>\n<div>Inzwischen weiss ich um ein paar Gleichgesinnte, der Bioladen bietet manchmal etwas an, w\u00e4hrend aus meinen Vorr\u00e4ten zuhause regelm\u00e4\u00dfig Motten schl\u00fcpfen. Ich muss den Lieferservice abbestellen; so schnell wie die Motten bin ich nicht.<\/div>\n<div>Der sch\u00f6ne Tag, an dem ich nach Belgien, zu der Welt allerbesten Fritten eingeladen war, bleibt meine gr\u00f6sste Entt\u00e4uschung. Als ich endlich an der Reihe bin, hungrig und voller Vorfreude, lacht mich der belgische Fritteur strahlend an:\u201c unsere belgischen Fritten sind die besten \u201e und er verweist auf einen grossen weissen Block.\u201c in bestem Rinderfett frittiert!\u201c<a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/maf-archiv.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Eist%C3%BCte.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-12384\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/maf-archiv.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Eist%C3%BCte.jpg?resize=450%2C451&#038;ssl=1\" alt=\"Eist\u00fcte\" width=\"450\" height=\"451\"><\/a><\/div>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Sch\u00f6ner leben ohne Tierleid, Vielleicht haben mich Tr\u00e4ume, romantische Zeitschriften \u00fcber wilde G\u00e4rten, in denen selbstgekochte Marmeladen und Chutneys ihre Wiege haben, beeinflusst. 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