Küsse der Farben

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So ist noch nie über Malerei geschrieben worden.

Viele Worte werden jeden Tag über die Malerei und Bildende Kunst verloren, doch was wirklich geschieht, wenn die Maler hinter der geschlossenen Ateliertür den Pinsel in die Farbe tauchen, bleibt ungesagt. Maf Räderscheidt, Malerin, Zeichnerin, Graphikerin und Performerin löst in ihrem Roman „Die Küsse der Farben“ das Rätsel, was in einem Maler vorgeht, wenn er bei der Arbeit ist.

Seit bald 50 Jahren ist Maf Räderscheidt eine feste Größe im bundesdeutschen Kunstleben. Die Meisterschülerin der Kölner Werkschulen überzeugte in den Siebziger Jahren mit kleinformatigen Radierungen, widmete sich dann der Kohlezeichnung, der Videokunst und Installation, um schließlich heute sich vor allem auf Ölmalerei und Aquarell zu konzentrieren. Seit vielen Jahren stellt sie täglich ein Bild ins Internet und verbreitet es in den Sozialen Netzwerken – ihr Anteil an der „Sozialen Skulptur“ der modernen, digitalen Gesellschaft. Im Jahr 2018 erhielt sie den Horst-Konejung-Preis, der außer ihrem reichhaltigen Oeuvre auch ihr politisches und gesellschaftliches Engagement würdigte.

In „Die Küsse der Farben“ beschreibt Räderscheidt in einer ebenso facetten- wie erfindungsreichen Sprache einen Tag in ihrem Atelier in der Eifel. Dezidiert schildert sie die Herausforderung, die eine große Leinwand an ihr Können stellt, sie beschreibt das Handwerk. Und sie erzählt auch von der Kunstgeschichte, die immer wieder Einzug in ihr Denken hält. Die erfahrene Malerin lässt den Leser Einblick in ihre Gedankenwelt nehmen, in ihre Leidenschaft und Entschlossenheit, aber auch in die Ängste und die Niederlagen. Maf Räderscheidt malt mit Worten genauso wie mit Pinseln. Ihre eindringlichen Schilderungen des Malaktes sind fesselnd. 

Wenn die Malerin ihren literarischen Tag beendet, wird ein Bild angefangen, ein zweites beendet und ein Aquarell angefertigt und eine Ausstellung eröffnet worden sein. Für die Künstlerin ein normaler Tag. Für den Leser ein Ausflug in eine unbekannte Welt, in eine Dimension des Schaffens und Kreierens, die ihm üblicherweise verschlossen bleibt. „Die Kunst des Küssens“ lüftet einen Zipfel des Geheimnisses, das über dem Entstehen der Bildenden Kunst liegt.

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